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Wissenschaftlich nicht
genügend Gebildete neigen dazu, rasch danach zu urteilen, was ihnen so
erscheint. Schon der Volksmund weiß, daß Schein oft trügt. Demgemäß ist,
um zu einem brauchbaren wissenschaftlichen Urteil zu kommen, nötig, gewissenhaft
und umsichtig zu untersuchen, ob der Schein trügt oder nicht, somit was
tatsächlich hiryter dem Schein steckt. So ist erheblich mehr nötig als
rasch und hemdsärmlig, aber unzureichend begründet, Urteile zu bilden.
Wenn die Erfordernisse der Urteilsbildung ausreichend berücksichtigt werden,
läßt sich aber für vieles bei eindeutig zutreffenden Erkenntnissen, soweit
menschenmöglich, was heißt: unter realogischer Voraussetzung, siehe: Erkenntnismöglichkeit!,
ankommen.
In derzeitiger Wissenschaft
ist diese naturgegebene Beurteilungsmöglichkeit leider umgekehrt zur Verhaltensweise
des wissenschaftjich nicht genügend Gebildeten durch die Forderung nach
Beweis noch künstlich katastrophal erschwert, siehe: Wissenschaftsmethodik!
Dadurch wird wissenschaftliche Urteilsbildung und Erkenntnisgewinnung
teilweise hintertrieben und diese Methode sogar zur Ausschaltung unliebsamer
Konkurrenten benutzt. Da Realerkenntnisse nur selten voll beweisbar sind,
kann ziemlich jedes realwissenschaftliche UrteiL, auch wenn es richtig
zutrifft, mit dem Hinweis, daß es nicht bewiesen ist, abgewiesen werden.
So werden anerkannte herrschende Irrtümer vielfach konserviert und bessere
Erkenntnisse unterdrückt, woraus entsprechende mehr oder weniger große
Schäden entstehen.
Lit.: Friedrich Wagner:
Die W@nschaft und die gefährdete Welt. 574 S. C.H. Beck V. Thomas Kuhn:
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Kaegelmann: Neuordnung der
Wissenschafb. - Einschätzung und Intumskorrektur. K.
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