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Wissenschaftsgläubigkeit
schädigt sowohl die Wissenschaft wie die menschliche Gesellschaft und
damit jeden schwer. Erkenntnis hat den Zweck, möglichst passend einzuschätzen,
wie verhalten werden soll, und ist daher oft mit Mühe verbunden. Schwierig
zu erreichende Erkenntnis bedarf wissenschaftjicher Forschung. Normale
Menschen scheuen die Mühe schwieriger Erkenntnisgewinnung und möchten
lieber etwas vorgesetzt bekommen, an das sie, ohne zweifeln zu müssen,
klipp und klar glauben können. Dies Bedürfnis wird seit langem durch Regeln
befriedigt. Da manche religiösen Aussagen wissenschaftlich widerlegt wurden,
wurde unser Glauben erschüttert und ging vielen verloren, so daß ein Bedarf
nach Religionsersatz entstand, der in der Wissenschaft, die manches, bisher
keineswegs alles, besser erforschen, erkennen und erklären kann, gefunden
wurde. Der glaubenswiuige Normalbürger glaubt seitdem an das, was ein
anerkannter Wissennschaftler als vielleicht zutreffende Hypothese äußerte,
als an eine vermeintlich erwiesene Tatsache. Diesen Humbug fördern manche
Wissenschaftler noch dadurch, daß sie ihre Meinungen als Tatsachen suggerieren,
wodurch sich eine anerkannte offizielle Wissenschaft ergibt, die sich
gegen wissenschaftlich unerläßlich nötige Kritik sperrt. So werden wissenschaftliche
Irrtümer herrschend und entfalten verheerende Wirkungen. Um ihnen bewußt
entgegenzutreten, prägte der schweizer Physiker Walter Heitler den Begriff:
Wissenschaftsgläubigkeit.
Lit.:H. Kaegelmann:
Einschätzung und Irrtumskorrektur. 52 S. S. 17,18. K.
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