Die passende Wissenschaftsmethodik richtet sich nach der naturgegebenen Erkenntnismethode, siehe diese!, besteht somit in Einschätzung und Irrtumskorrektur. Obwohl dies naturgegeben unweigerlich so ist, ist die Erkenntnis diese Umstands in derzeitiger Wissenschaft noch nicht angekommen, sondern beharrt sie auf einer speziellen wissenschaftsmethodischen Möglichkeit, die nur in einem bestimmten Teil der Fälle verwendet werden kann: der Beweisführung. Sie ist die ideale Wissenschaftsmethode, die aber nur durchführbar ist, wenn alle zur Beweisführung erforderlichen Komponenten erfaßt werden, was fast nur im ideal-logischen Bereich möglich ist, der nicht durch Realitäten "verunreinigt" ist. Selten sind alle zur Beweisführung erforderlichen Realitäten voll erfaßbar, so daß in der Realwissenschaft Beweisführung nur selten gelingt, somit meist statt Beweisführung Einschätzung erfolgt. Die dennoch erhobene Forderung nach Beweisführung führte zu vielen unzuträglichen Wissenschaftsfälschungen. Eingeschätztes ist zu falsifizieren: eingeschätzte Irrtümer sind zu erkennen und zu korrigieren.

Lit.: Kaegelmann: Einschätzung und Irrtumskorrektur. K. Karl Raimund Popper: Logik der Forschung.